Die Liebe ist so unproblematisch, wie ein Fahrzeug. Problematisch sind nur die Lenker, die Fahrgäste und die Strasse. (Franz Kafka)

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 FÜR DICH

Diese Kategorie habe ich für unser altes Stadion, in welchem nun Inlinehockey gespielt wird, gemacht. Und den Text möchte ich euch einfach zeigen, da er so unendlich schön ist und man als Adlerfan in so tollen Erinnerungen schwelgen kann......


Dies ist nun der Text den Blackman aus dem Adlerforum [adlerfans.de] anlässlich des Abschiedswochenendes 2005 geschrieben hat [ich hoffe er hat nichts dagegen dass ich dass hier auf der HP hab]. Lest ihn einfach!!!!!!!! (Vill versteht ihrmich dann ein bischen besser (wenn ihrs bis jetzt noch nicht getan habt))

 

(Ein paar Reihen unten drunter war übrigens mein Stammplatz: )




Lieber Friedrichspark!

In diesen traurigen Tagen, in denen Du Deine allerletzten Spiele siehst, versuche ich einmal meine Gefühle - und möglicherweise die einiger anderer Friedrichsparkfans - in Worte zu fassen, doch es fällt mir sehr schwer, all das, was mich bewegt, zum Ausdruck zu bringen.
Es drängen sich Bezeichnungen auf wie "Dankbarkeit", "Wehmut", "Trauer", "nostalgisches Empfinden", doch können diese nur unzureichend beschreiben, was tatsächlich in unseren Seelen und Herzen vorgeht, denn leblose Wörter können keine lebendigen Gefühle ausdrücken.
Aber, lieber Friedrichspark, erinnere Dich an das letzte Spiel gegen Frankfurt, als am Ende so viele Menschen Tränen in den Augen hatten.
Das war nicht weil sie befürchteten, daß die Adler nun bald ausscheiden würden, auch nicht vor Wut über den sch(l)immen Schiri. Es war weil sie dachten, daß dies Dein letztes reguläres Spiel war.
Ein Spiel mit einem vom Schiedsrichter des öfteren zugunsten der Frankfurter ungerecht beeinflussten (und darum Dir unwürdigen) Ausgang, der auf eine solch gemeine Art und Weise Dein mit Fans ausgefülltes Leben verkürzt hätte.
Anhand dieser Tränen kannst Du unsere Verbundenheit, unsere Wehmut und unsere Trauer erkennen!
Und wenn Du am Bye-Bye-Friedrichspark-Wochenende aufpasst und in unsere Gesichter schaust, wirst Du es nochmals und dann auch noch viel stärker bemerken, wie schwer wir uns von Dir trennen und wie sehr wir Dich geliebt haben und immer lieben werden.
Unsere Dankbarkeit für die vielen schönen Stunden, die Du uns beschert hast - ja, auch in großem Maße DU und nicht nur unsere diversen Mannschaften - magst Du vielleicht an den Bye-Bye-Friedrichspark-Schals (und anderen dieser Souvenirs) erkennen, die so viele von uns gerne und mit Stolz tragen.
(Ich verspreche Dir, daß ich im ersten Jahr der neuen Halle auf jedem Spiel mit diesem Schal erscheinen werde, ganz egal ob es Schals geben wird mit "Hallo SAP-Arena" oder dergleichen.)

Was aber machte Dich so faszinierend und so liebenswert?

1.) Deine Lage:
Fangen wir einmal an mit Deiner Lage.
Du warst fast mitten in der Stadt (obwohl paradoxerweise fast am Rand zu Ludwigshafen) und gleichzeitig aber auch im Grünen, in einer recht schönen kleinen Parkanlage, gelegen.
Wie hier schon einmal jemand geschrieben hat und auch ich bestätigen kann, nutze sogar Hans Zach so manche Drittelpause (!), um mit seinem Trainerstab zwischen Stadion und Mensa über die Grünanlagen zu laufen.

In unmittelbarer Nähe (nicht mehr als 100 Meter) zu Dir befinden sich diverse Lehrgebäude der Uni, die Mensa der Uni, das Amtsgericht, die Jesuitenkirche, diverse Straßen, eine Sternwarte und Grünanlagen/Wiesen.
Und genau durch diese Lage vermittelste Du zugleich auch einen Auftrag an unsere Mannschaften:
"Wir erteilen unseren Gegnern eine Lehrstunde und verspeisen sie zum Abendessen, so daß sie das jüngste Gericht erleben, weil wir ihnen die Totenglocke läuten werden. Für uns liegen dann die Punkte einsammelbereit auf der Straße, so daß wir nach den Sternen greifen können und uns letztendlich im Erfolg sonnen werden."
Ob so etwas auch mit der Lage der neuen Halle gehen wird?

2.) Stimmung:
Du botest (auch aufgrund deiner Enge) die Möglichkeit für eine unvergessliche und unvergleichliche Stimmung, die für zahlreiche Fans - auch für mich - ein wichtiger Grund war, sich für die Sache Eishockey überhaupt erst so richtig zu begeistern und sich dann langfristig an Dich zu binden.
Ob die Stimmung letztendlich auch wirklich immer gemacht wurde und ob die jeweiligen Mannschaften oder Spiele überhaupt Anlaß zu Stimmung geboten haben, steht auf einem ganz anderen Stern.
Für beides aber warst dann nicht Du verantwortlich, denn die Grundlage für eine Wahnsinnsstimmung hast Du mehr als perfekt zur Verfügung gestellt.

3.) Deine Geschichte und die Tradition:
Nachdem Du 1939 fertiggestellt warst - Dein Erbauer war Dr. Dürr -, hast Du in Deiner Geschichte sehr viel erlebt.
(Zum Beispiel wurdest Du 1943 im Krieg von Bomben verletzt, danach aber wieder bis zur Heilung gesundgepflegt, und 1953 zwangsversteigert.)
Fast alle großen Mannschaften des deutschen Eishockeysports waren bei Dir zu Gast, unzählige Spieler - aber auch Trainer - wandelten auf Deinem Eis und hunderttausende verschiedene Fans beseelten Deine Plätze mit der Dir würdigen Stimmung.

Fünfmal hattest Du die Chance, die Meistersaison einer Herrenmannschaft aus Mannheim zu erleben.
Zweimal davon (1997 gegen Kassel und 1998 gegen Eisbären Berlin) gewannen die Mannheimer das entscheidende Spiel in Dir, was beim erstenmal, 1997, nach 17 Jahren ohne Meisterschaft, zu einem Deiner schönsten Tage und bei so vielen Fans zu grenzenlosem, wahnsinnigem Jubel und zu Tränen des Glücks und der Freude führte.
Dreimal kam eine Mannheimer Mannschaft direkt nach einem gewonnenen Auswärtsspiel zu Dir zurück, um mit Dir und ihren Fans die gerade errungene Meisterschaft zu feiern. (1980 aus Berlin, 1999 aus Nürnberg und 2001 aus München).
Zweimal aber erlebtest Du auch besonders traurige Mannheimer Fans, weil vor ihren Augen die Gastmannschaft ihr entscheidendes Spiel gewann und die Meisterehrung empfangen durfte.
Das waren 1983 die Landshuter (Spiel 4) und 2002 die Kölner (Spiel 5).
Auch die Spieler dieser beiden Mannschaften werden Dich wohl nie vergessen.
Genausowenig wie die Spieler der Jungadler, die in den Jahren 2002-2005 viermal hintereinander ihre Meisterschaft in Dir gewannen und feiern durften.

Du hast jungen Spielern die Plattform geboten, sich für eine Karriere in der NHL zu empfehlen (z.B. Jochen Hecht und Dennis Seidenberg), und Du gabst alten Spielern den Rahmen für einen würdevollen Abschied.
Erinnert sei hier an das Abschiedsspiel für Harold Kreis, der Dir und dem Mannheimer Erstligaeishockey durchgehend fast 20 Jahre lang die Treue gehalten hat und aufgrund seines Sportsgeistes und seiner Heimatverbundenheit zu Recht als eines der größten Idole des Mannheimer Eishockeys gilt.

In Dir wurden Länder- und Europaligaspiele ausgetragen.
Du sahst Massenschlägereien (Berlin und DEG gehören zu den letzten, die Du erlebtest) und in Folge davon manchmal sogar vorzeitige Drittelpausenbeginne. Du erlebtest Tore in allerletzter Sekunde und Tore vom Eröffnungsbully an.
Aber es gab bei Dir noch viel kuriosere Dinge, die man hier gar nicht alle aufzählen kann.
Darum beschränke ich mich auf ein paar wenige Episoden:
- Es kommt in den Stadien wohl nicht so häufig vor, daß eine Mannschaft mit Frack, Zylinder und Sekt einläuft und während des Spiels mehr durch Angeheitersein als durch Spielfreude besticht, vor einem Publikum, das selbst ziemlich angeheitert ist und das ablaufende Spiel überhaupt nicht ernstnimmt.
So geschehen 1980, als im letzten Saisonspiel gegen Köln (6-8) alle Mannheimer die im Spiel zuvor errungene Meisterschaft feiern.

- Daß ein Stadion fast randvoll gefüllt ist, obwohl dort überhaupt kein Spiel stattfindet und die Mannschaft ca. 250 Kilometer entfernt kämpft, hat auch eher Seltenheitswert.
Das war 1999 zu erleben, als die Adler im 5. Spiel in Nürnberg deutscher Meister wurden und Du voll warst mit Fans, die sich auf dem Videowürfel die Fernsehübertragung anschauten.
Irgendwann, so um die 2 oder 3 Uhr nachts, kam dann die Mannschaft, um mitzufeiern und um den Pokal zu zeigen.

- Auf dem Eis kloppen sich viele, auf den Rängen zum Glück kaum jemand.
Aber was ist mit den Trainern der beiden spielenden Mannschaften?
2001 in der Serie gegen Berlin Capitals zeigten Pavel Gross für Berlin und Bill Stewart für Mannheim, daß das geht.

- Ebenso wie es geht, daß man in 21 (21!) Sekunden 3 Tore schießen kann.
Bewiesen haben es Ende der 90er leider nicht die Adler sondern die Kölner Haie. Mannheim lag insgesamt mit vier Toren hinten und glich trotzdem noch aus.

- Aber bewiesen, daß man sogar aus einem 1-6 noch ein 8-7 machen kann, haben 1995/96 die Adler gegen Augsburg.

- Technische Pannen gab es in den Jahren viele, aber daß ein Videowürfel plötzlich anfängt zu rauchen, fällt eher in die Rubrik "schlechte Vorbilder". Soweit ich mich erinnern kann waren auch bei diesem Spiel die Haie beteiligt (?).

- Wie mir überliefert wurde, gab es dereinst (als Du noch keine Decke hattest, dafür aber die Spielfläche wegen Schneefalls mit Schnee bedeckt war) ein Spiel, bei dem das Mannheimer Idol Werner Lorenz (auch genannt Batschek) pucklos bewußt so tat, als würde er den Puck über die Eisfläche führen, und damit mehrere gegnerische Spieler auf sich zog, während der wirkliche Puck irgendwo an anderer Stelle geführt wurde. Trotz dieser genialen Ausnutzung der Wetterbedingungen soll es leider nicht zum Tor gereicht haben.
- - Erinnerst Du Dich noch an Deinen "kleinen Bruder", das Playoff-Zelt, der 1997 hinter den Stehrängen auf der Wiese aufgebaut war und in dem Fernsehübertragungen stattfanden?

- Auf das Eis wurde ja schon viel geworfen, aber eine Pizza?
Und das in einer Zeit, als es bei uns noch gar keine Pizzen im Eistadion gab!

- Ein Langzeit-Kuriosum - besonders für auswärtige Beobachter und Fans - waren die unzähligen Styroporwürfel und Leitern, die Spiel für Spiel von den Mannheimfans ins Stadion getragen wurden.
Clever wie Mannheimer nun einmal sind, glichen sie damit entweder Größennachteile aus oder sie erweiterten am äußeren Rand der Ränge die Stadionkapazität. Vor ein paar Jahren wurden die Leitern verboten.

- "Eisgott Rainer" als Kuriosum zu bezeichnen, wäre unhöflich und unverschämt.
Da er aber mehrere Jahre lang vor jedem Spiel auf der Eisfläche für einen Sieg "betete" und zurecht eine Art Kultfigur war, muß er hier erwähnt werden. Er wurde leider zu Beginn der Adlerzeiten durch ein offizielles - und bei Weitem nicht so unterhaltsames - gefiedertes Maskottchen ersetzt.

- Auch der sympathische Udo Scholz gehört seit über 10 Jahren zu Dir.
Schon allein seine Berufsbezeichnung STADIONsprecher verlangt, in eine Abschiedsrede für ein Stadion Eingang zu finden. Davon abgesehen hängt er auch nachweislich mit seinem Herz an den Adlern und ihrer bisherigen Spielstätte.
(Weitere Stadionsprecher hätte ich gerne genannt, doch leider entziehen sich ihre Namen teilweise meiner Erinnerung und teilweise meiner Kenntnis.)

- Natürlich auch Dietmar Hopp, der Ende der 90er das Mannheimer Spitzeneishockey rettete und Dir somit vermutlich eine Verlängerung Deiner Lebenszeit verschaffte. Zu Deinem Unglück verliebte er sich allerdings in den Gedanken, eine neue Halle bauen zu lassen.

- Genannt werden muß hier auch die SCMA (Supporters Crew Mannheim), die in letzter Zeit im Friedrichspark durch tolle Aktionen und Choreographien positiv auffällt.

Womit wir noch einmal bei den Fans und der Stimmung wären.
Echte (!) Stimmungshighlights gab es unzählige. (Die meisten davon allerdings vor 1999.)
Beispielhaft erwähne ich hierfür:
- Das letzte Spiel der Saison 79/80 als Mannheim zum erstenmal Meister war.
- 1997, als sie es im 3. Spiel gegen Kassel nach 17 Jahren wieder wurden.
- Zwei wundervolle Tage der Genugtuung gab es auch 1992, als man als Vorrundensechster nach eher schlechter Saison im Viertelfinale gegen die Kölner Haie ranmußte.
Wurden die Mannheimer noch im Vorfeld von Teilen der Kölner Mannschaft unverschämterweise als "Freilos" bezeichnet, warfen sie schon in Spiel 4 auf Deinem Eis die Haie aus den Playoffs.
Die Genugtuung, die die Fans (nach bereits gewonnenem (5-3) Spiel 1 in Köln) während Spiel 2 (6-2) und Spiel 4 (7-2)erfahren durften, machte sich deutlichst in einer wundervollen Stimmung bemerkbar.
Diese beiden Tage zählen zu Deinen schönsten und stimmungsvollsten.
Trainer war damals der sympathische Jiri Kochta, dessen Tochter Marketa eine relativ bekannte Tennisspielerin war.
- Ein Stimmungskuriosum war Mitte/Ende der 90er ein Spiel gegen entweder Krefeld oder Augsburg, als fast 1,5 bis 2 Drittel lang (mit Drittelpause?) durchgehend und ausschließlich eine Melodie gesungen wurde, nämlich das auch heute noch gesungene "la lalala lalalalalalala la....Mannheim".
- Ebenso wie ein paar Jahre später einmal über ein Drittel lang durchgehend ein "oh M eR C, oh M eR C..." (Melodie war das Anfangsgesumme des Liedes "Rivers of Babylon" gesungen wurde.

Du kamst auch in den Genuß, Gastgeber eishockeyfremder Veranstaltungen zu sein.
Mindestens 1989 (nach 1989 allerdings mit Sicherheit leider nicht mehr; davor weiß ich es nicht) fanden Spiele des weltweit hoch angesehenen Mannheimer Basketballturniers für Junioren "Albert-Schweitzer-Turnier" (in dem des öfteren schon spätere NBA-Stars am Anfang ihrer Karriere zu bewundern waren, wie z.B. Magic Johnson) in Dir statt.
Zum Beispiel sahst Du damals im Endspiel den Sieg der USA gegen Griechenland.
Und dort vielleicht auch einen Spieler, der danach zum NBA-Star wurde!?
Irgendwann in den 50er Jahren gab es in Dir einmal ein "Spiel" der weltbekannten Basketball-Showtruppe "Harlem Globetrotters" gegen ein (soweit ich weiß?) Team der Mormonen.
Auch diversen wichtigen Musikgruppen, sowie dem Komiker Otto Waalkes, dientest Du als Auftrittsort.
Der bekannte ehemalige Eiskunstläufer und Moderator Hans Jürgen Bäumler lief mehrfach in jungen Jahren in den Drittelpausen im Showprogramm, das damals oft aus Eiskunstlaufen bestand.

4.) Deine Ausstrahlung:
Hier ist zuerst noch einmal die unter Punkt 1 beschriebene schöne Lage zu nennen.
Als zweites Dein besonderes Flair, Dein Dir eigener Charme.
Warum verlieben sich die Menschen gerade auch in Gesichter oder Körper, die nicht ganz perfekt sind und einen kleinen Makel aufweisen?
Warum finden manche eine karge Vulkanlandschaft so faszinierend?
Was macht den Reiz einer Urlaubsreise in etwas weniger entwickelte Länder aus?
So mancher erlag auch aus genau solchen Gründen Deinen Reizen.
Jeder einzelne Deiner liebenswerten Macken machte Dich zu etwas ganz Besonderem, zu unserem Eisstadion.
Ein Stadion, das auf diese Weise auch eine Art Nähe (Volksnähe) ausstrahlte.
Vielleicht kann man diese Nähe so erklären:
Wärst Du ein Mensch, so wärst Du ein "Mensch wie du und ich", während hingegen Multifunktionsarenen - in ihrer scheinbaren Perfektion - etwas Unnahbares haben, wie eine Mischung aus Polizist, Heiliger, Roboter und Schauspieler mit Starallüren.

5.) Deine Ursprünglichkeit:
Du wolltest nie etwas anderes sein als ein Eisstadion.
Und nicht eine Kombination aus Kneipenboulevard und Kino, Vergnügungspark und Veranstaltungstempel, in der man unter anderem AUCH Eishockey sehen kann.
Eishockey zu zeigen (und eine Eisfläche zu bieten) war Dein Zweck und Deine Mission, die Du problemlos und absolut zufriedenstellend erfüllt hast.
Ein paar Stände, damit Deine Gäste nicht vor Hunger oder Durst vom Spiel nichts mitkriegen, den obligatorischen Fanartikelverkauf und die Vergabe der Stadionzeitung reichten als Beiwerk den meisten Fans auch völlig aus.
Und genau dieser Punkt 5 hat uns zahlreiche sogenannte Eventies vom Hals gehalten und dafür gesorgt, daß man fast ausschließlich unter WIRKLICH Gleichgesinnten war.
Diese 5 Punkte sollen an dieser Stelle als Erklärung für Deine Liebenswürdigkeit und Faszination reichen.

Natürlich, Du hattest - wie schon gesagt - auch Deine Macken, für die so mancher Kritiker den Begriff "marode" verwendete.
Ich möchte das nicht so hart ausdrücken und sage es einmal so:
Wenn es dann mal wirklich -10° bis -15° C hatte und man nach Stunden der Steherei seine Füße kaum mehr spürte, dachte man schon mal daran, wie es wohl wäre, wenn Du nicht nach 3 Seiten offen wärst.
Ebenso wenn man nach gewonnenem Spiel um die Punkte bangen mußte, weil die Sonne den gegnerischen Torwart angeblich behindert hatte, allerdings - zu Deiner Ehrenrettung - nachdem es kein Offizieller geregelt bekommen wollte, die Vorhänge schnell genug herunterzulassen.
Eher witzig war es, wenn man plötzlich einen Tropfen von oben abbekam und das Loch in Deinem Dach suchte.
Teilweise nervig war die Enge auf der Sitzplatzseite, wenn man bei so manchem Spiel nur die Wahl hatte, entweder der hübschen Frau vorne die Knie ins Kreuz zu drücken oder sich für diese Frau zu opfern und sich selbst von hinten die Knie ins Kreuz drücken zu lassen.
Der Dir häufig vorgeworfene mangelnde Komfort hat echte Eishockeyfans in der Mehrzahl wahrscheinlich entweder gar nicht gestört oder sie haben es für IHREN Sport recht klaglos hingenommen. Ich denke, daß dieser eher ein Problem der nun in der SAP-Arena häufiger zu erwartenden "Eventies" oder der echten (=wenig Bezug zum Eishockey) Playoff-Touristen war.
Das einzige für mich, was wirklich schlimm war und was ich nicht vermissen werde, sind Deine "sanitären Anlagen".
Sei mir nicht böse, aber die waren von vornherein unzureichend angelegt und zu allem Übel wurden sie auch von den Leuten, die sich um Dich kümmern hätten müssen, vollkommen vernachlässigt.

Überhaupt muss man anmerken, daß so einiges was unter dem Begriff "marode" abgetan wurde, gar nicht Deine Schuld war, sondern der Faulheit oder dem Unwillen, auch nur Kleinstbeträge an Geld zu investieren, entsprang.
(Beispielhaft führe ich hier an: ein wochenlang teilweise nicht funktionierender Videowürfel; Schnee, der bereits Tage zuvor gefallen war und beim Spiel z.B. auf der Schräge hinter den Sitzplätzen als gefährlich glatte (eisige) Ausrutschstelle noch immer lag; bei genau 2 vorhandenen Toilettenkammern im Männerklo auf der Sitzplatzseite gibt es in der einen eine gesprungene Klobrille (seit 1,5-2 Jahren!) und in der anderen eine Klobrille ohne feste Verankerung (mindestens seit Anfang dieser Saison); es gibt auf der Sitzplatzseite eine Stelle, die zwar für Besucher nicht zugänglich ist, aber die man gut einsehen kann und die vor 2 oder 3 Jahren monatelang total zugemüllt und unaufgeräumt war (kann sein, daß das jetzt immer noch so ist; ich habe sie aus meiner bewußten Wahrnehmung gestrichen). Für das alles kannst Du, mein lieber Friedrichspark, absolut nichts!)

Aber Deine Kritiker haben es geschafft:
Im Alter von 66 Jahren, in dem nach einem Lied von Udo Jürgens das Leben eigentlich erst anfängt, wird Deines gewaltsam beendet werden.
Dein Dach ziert hoffentlich - wie einmal behauptet - das Ludwigshafener Eisstadion und bleibt uns somit wenigstens erhalten. Auf Deinem heiligen Grund und Boden wird wahrscheinlich ein Gebäude der Universität Mannheim entstehen.
Und wer weiß, vielleicht gibt es in Zukunft dort einmal so manchen Studenten, der während der Stille einer Prüfung seinen Ohren oder seinem Verstand nicht traut, weil er nicht weiß, wie er das, was er gerade zu hören glaubt, nicht einordnen kann (weil er möglicherweise gar nicht mehr weiß, daß an dieser Stelle mal ein Stadion war), wenn irgendwoher ganz leise und vielleicht auch nur in seinem Kopf magisch ertönt: „Und der Spielstand.....Mannheim“ „4!!“....„und die Liiioooons?“....„ 0 ZUVIEL, VIEL ZUVIEL, SCHEISSVEREIN!“
Oder vielleicht drückt einmal ein gelangweilter Student während einer Vorlesung die Kugelschreibermine rein und raus und wundert sich selbst über den komischen Drückrhythmus, wohingegen wir alle wüßten, daß da einfach nur noch ein "M eR C" folgen müßte, um unser vollständiger Klatschrhythmus zu sein.
Vielleicht aber fällt auch ein unsympathischer Professor, der noch nie in seinem Leben hingefallen ist, zu Boden, weil er ausgerutscht ist, und, ja, er könnte schwören, daß der Boden kurzfristig ganz plötzlich, wie durch Geisterhand, auf einmal glatt wie Eis geworden war.
Aber auch wenn es solche übersinnlichen Erscheinungen an dieser Stelle nicht geben sollte, so schwöre ich Dir, lieber Friedrichspark: DEIN GEIST WIRD WEITERLEBEN!
In mir und in allen anderen Fans, die Dich so geliebt haben.
Und - es wird Dein letzter Sieg sein, aber dafür ein immerwährender - durch uns alle auch in der neuen Arena, so schön sie auch immer sein mag.

Wir fühlen in dieser schweren Zeit des endgültigen Abschieds, daß wir uns von einem äußerst geschätzten und liebgewonnenen Freund trennen müssen, dessen Existenz uns über Jahrzehnte, 7-8 Monate in jedem Jahr im Prinzip wöchentlich, die Möglichkeit zu Spaß und Spannung bot und uns das Bewußtsein um einen tollen Sport gegeben oder erhalten hat.
Du warst es, in dem wir jubelten, lachten, sangen, klatschten und vor Freude oder Enttäuschung weinten.
Du warst es, in dem wir vor Spannung fast umkamen, in dem wir Wutanfälle bekamen und in dem wir mit unsereren Mannschaften litten.
Du warst es, auf dessen Rängen kanisterweise Schorle floss und dessen Reihen übersät waren mit Papierschnipseln und Konfetti.
Du warst es, in dem Wunderkerzen und bengalische Lichter die Dunkelheit erleuchteten und Pokale und Spieler unsere Herzen.
Und Du warst es auch, in dem so manche Freundschaft geschlossen oder Liebe begonnen wurde.
Du warst für viele von uns ein geliebtes Kontinuum in unserem winterlichen Leben.

Schon bald nachdem Dein Anblick nicht mehr möglich sein wird, wird sich in unseren Herzen Dein verehrtes Bild wie auf Eis spiegeln, und auf der Spielfläche unseres Denkens wird die Erinnerung Einzug halten und unauslöschlich sein.
Dein Erscheinungsbild, schön und einzigartig, wird von den Fundamenten unseres Bewußtseins stets als das exakte Abbild von Tradition und ursprünglichem Eishockey höchstpersönlich nach oben kommen, und die unverwechselbare Stimmung, die in Dir möglich war, wird in unserem geistigen Ohr und in unseren Gedanken für immer nachhallen, was uns über denkbare Stimmungstiefs in der neuen Halle hinwegtrösten kann, sowie hoffentlich dazu anregt, auch sie durch phantastische Stimmung zum Hexenkessel zu machen.
Damit alle zukünftigen gegnerischen Fans, die sehen, daß wir diesen Idealen nachstreben, und daß unser Herz davon beseelt ist, die alte und wahre Eishockeykultur zu bewahren, sofort erkennen und nie vergessen, daß die Fans der Mannheimer über Jahrzehnte die Ehre hatten, Dich als Heimspielstätte zu haben und Deine Gäste - nämlich Gäste des Friedrichspark - sein zu dürfen.

Ruhe sanft mein Freund!

Blackman (der am nächsten Wochenende aus aktuellem Anlaß mal wieder berechtigt ein "man in black" sein wird)

PS:
Ich freue mich auf die letzten beiden Tage mit Dir.
Ich werde jede einzelne Sekunde in mich aufsaugen als wären es meine - und nicht Deine - letzten.
Und ich sage Dir noch einmal ein ganz, ganz herzliches DANKE für all die Stunden und Minuten (aufsummiert sind es Monate), die ich in Dir verbringen konnte. Sie bedeuten mir wahrlich sehr, sehr viel!
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Und hier ist noch ein offizieller Bericht über den ganz alten ursprünglichen Friedrichspark:
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Frühlingszeit - Spaziergangszeit: Wo einst der Mannheimer Stadtpark zum Flanieren und Verweilen einlud

Friedrichspark 1

Wo man heute die Grünanlagen hinter dem Eisstadion allenfalls eilig durchquert, weil der von den sie begrenzenden Straßen und der Brückenauffahrt herüberdringende Lärm, aber auch die Stelzenkonstruktion selbst nicht gerade zum Verweilen einladen, befand sich über ein halbes Jahrhundert lang der Mannheimer Stadtpark. Wegen seiner Schönheit und seiner unmittelbaren Nähe zur Altstadt erfreute sich der "Friedrichspark" mindestens ebenso großer Beliebtheit wie heute der Luisenpark - und auch zu ihm bestand kein freier Zutritt: Im Anschluß an die 1880 dort veranstaltete landwirtschaftlich-gewerbliche Pfalzgau-Ausstellung hatte die Großherzogliche Domänendirektion das Gelände an eine private "Stadtpark-Gesellschaft" verpachtet, die schließlich 1882 einen "Vergnügungspark" mit gepflegten Anlagen und Rabatten eröffnete. Auf unserem Foto sieht man den Schwanenweiher mit Schwaneninsel und Schweizerhäuschen, im Hintergrund Jesuitenkirche und Sternwarte. Winters diente der Weiher als Eisbahn. Über seinen Zulauf führte eine "Seufzerbrücke", weiter gab es einen Felshügel mit Wasserfall und einer Kaninchenhöhle, Sport- und Spielplätze sowie ein Restaurant mit großer Terrasse, die durch eine Rasenböschung zum Park hin abgegrenzt war. In der Mitte dieser Böschung prangte seit 1911 eine imposante "Blumenuhr", deren Ziffern und Ränder aus kunstvoll arrangierten verschiedenfarbigen Blüten bestanden.

Friedrichspark 2

Vor dem Ersten Weltkrieg fanden im Friedrichspark während der Sommermonate täglich Gartenkonzerte statt. Auch kannte man schon Parkfeste mit Feuerwerk und bengalischer Beleuchtung. Für die Mehrheit der Bevölkerung freilich war diese Volksbelustigung nicht erschwinglich, und auch den regulären Eintrittspreis von 50 Reichspfennig oder das Jahresabonnement von anfangs zwölf, später zehn Reichsmark konnten sich die wenigsten Mannheimer leisten. Um den Unmut über diesen Sachverhalt etwas zu dämpfen, bestand an fünf Sonntagen im Jahr verbilligter Zutritt zu den Anlagen. In der Inflationszeit nach dem Ersten Weltkrieg wurde die Parkgesellschaft aufgelöst, und die Anlage ging wieder in die Verantwortung der Staatsregierung über. Mitte der zwanziger Jahre machte man sich an eine umfassende Umgestaltung, die jedoch nur teilweise realisiert werden konnte. In der Zeit des "Dritten Reiches" wurde der Weiher zum Tiefbunker umfunktioniert. Wo sich Kinderspielplatz und Tennisplätze befunden hatten, errichtete eine private Gesellschaft 1938 ein Rollschuh- und Eisstadion, das indes schon wenige Jahre später dem Bombenhagel zum Opfer fiel. 1948 wurde es in erweiterter Form wiederaufgebaut.

Ich wünschte ihr alle (vA meine freunde die ich erst in der 11 kennengelernt habe, und die jetzt immer mit in die Arena gehen) hätten diesen wunderschönen Ort noch als Eishockeyspielstätte erleben können. Dieser Ort bedeutet mir so unheimlich viel, dass ich es kaum auszudrücken weiß. Es hängen so unendlich viele Erinnerungen an ihm. Wenn ich an den Friedrichspark zurückdenke versuche ich das immer mit diesem Satz zu tun:

WEINE NICHT WEIL ES VORBEI IST,

SONDERN LACHE WEIL ES SO SCHÖN WAR!

DANKE für eine geile Zeit!!!!

Ich werde dich nie vergessen!!




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